Die Offene Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft fand vom 23.8. bis 31.8.2007 in Templin statt, von den Einheimischen liebevoll 'Perle der Uckermark' genannt. Bedauerlicherweise fanden nur 205 Spieler den Weg in diese reizvolle Landschaft, ein mehr als deutliches Minus gegenüber der letztjährigen Veranstaltung in Dresden. Der Veranstalter war in seiner Kalkulation von mindestens 280 Teilnehmern ausgegangen und sah sich gezwungen, bei den Preisgeldern Konsequenzen zu ziehen.

Wer welchen Platz belegt hat, wer den höchsten DWZ-Zuwachs zu verzeichnen hat usw., dies kann der Interessierte der Senioren-Seite des DSB entnehmen. Hier nur einige Bemerkungen:
Das A-Turnier wurde dominiert vom überragend aufspielenden Jefim Rotstein, der nach 7 Runden 7 Siege eingefahren hatte. Erst als er in Runde 8 gegen seinen Freund Khanukov gelost wurde, da war klar, es gibt keinen Durchmarsch.

Allerdings, selbst ein Ergebnis von 100 Prozent hätte ihn nicht zum Deutschen Meister gemacht, denn nach dem Regelwerk des DSB kann dies nur ein deutscher Staatsbürger werden. Titelträger wurde somit der Zweitplatzierte Manfred Böhnisch aus Leipzig, gefolgt vom Essener Willy Rosen, getrennt nur durch einen Buchholz-Punkt. Dem Autor wurde zu seiner und zur Überraschung manch anderer Schachfreunde bei der Siegerehrung die Bronzemedaille umgehängt.

Leise Kritik kann man sicherlich an den Spielbedingungen üben: es war sehr eng und mit fortschreitendem Spieltag machten die Luftverhältnisse manchem Schachfreund schwer zu schaffen. Starke Raucher sind da natürlich anderes gewöhnt und fein raus. In Summe war es aber doch eine gelungene Veranstaltung, die den Bemühungen der Offiziellen gerecht wurde.

Ein persönliches Wort zum Schluss:
Während der neun Tage fand ein Blitz- wie auch ein Schnellschach-Turnier statt, deren Beobachter ich war. Es hat mich mehr als erstaunt, mit welcher Verbissenheit manchmal um einen halben Punkt gestritten (nicht gespielt!)) wurde. Kampfgeist in allen Ehren, doch in Einzelfällen schützt Alter offensichtlich nicht vor Unfairness. Versöhnlich muss aber festgehalten werden, dass das Schiedsgericht während des Hauptturniers nicht einmal tagen musste.

Bernhard Schippan