Aronjan fast ein deutscher Weltmeister

In Berlin lebender Armenier gewinnt Titel im Blitzschach und das Tal-Memorial 
von FM Hartmut Metz, 28. November 2010 

 

 

 
Wijk aan Zee (NED) 19.1.2008

Ist Weltmeister Viswanathan Anand oder Kronprinz Magnus Carlsen, der am Dienstag 20 wird, der beste Schachspieler auf dem Planeten? Mittlerweile gibt es einige, die als Antwort auf die Frage Lewon Aronjan nennen! Der Armenier rückte nicht nur Anfang November in der Weltrangliste erstmals über die magische Grenze von 2800 Elo-Punkten auf Platz drei vor, knapp hinter Anand und Carlsen. Der 28-Jährige bewies jetzt auch in Moskau einmal mehr seine Ausnahmestellung. 
 
Aronjan gewann zunächst dank der besten Feinwertung das Tal-Memorial zusammen mit Sergej Karjakin (Russland) vor Schachrijar Mamedjarow. Beim Gedenkturnier an den Ex-Weltmeister Michail Tal sammelten alle drei 5,5:3,5 Zähler. Bei der anschließenden sechsten Blitz-Weltmeisterschaft im Moskauer Nobelkaufhaus GUM behielt der Berliner in der beliebten Sparte ebenfalls die Oberhand. Mit 24,5 Punkten aus 38 Partien ging Aronjan vor dem Aseri Teimour Radjabow (24) und Titelverteidiger Carlsen (23,5) über die Ziellinie. Der Norweger hatte am Tal-Memorial nicht teilgenommen, Anand fehlte sogar bei beiden Veranstaltungen. 
 
Für den Deutschen Schachbund (DSB) entwickelt es sich immer mehr zum Drama, dass man es vor Jahren versäumte, Aronjan den deutschen Pass zu besorgen. Der gebürtige Eriwaner spielte nach seinem Umzug nach Berlin kurzzeitig unter deutscher Flagge, kehrte dann aber in die armenischen Reihen zurück. Glück für ihn, weil er dort mehr Sponsoren hat und zum Nationalhelden aufstieg - Pech für den DSB, der weiterhin von einem eigenen Weltmeister wie vor 90 Jahren nur träumen kann. 
 
Trotz der lediglich drei Minuten Bedenkzeit, zu der sich pro ausgeführten Zug zwei Sekunden gesellten, gelangen Aronjan in der 12. und 13. Runde zwei sehenswerte Siege. Zunächst nahm der neue Blitz-Weltmeister Boris Sawtschenko auseinander… weiter zu zwei kommentierten Partien

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