Schlussbilanz

Liebe Schachkollegen des SK Herne-Sodingen,

es gab zwar keine Eröffnungsbilanz, doch immerhin eine Zwischenbilanz und nun auch – wie es sich gehört - eine Schlussbilanz. Die 18. Offene Seniorenmeisterschaft des Schachbundes NRW ist also beendet. Über das Umfeld und die bedauerlich geringe Teilnehmerzahl habe ich bereits berichtet. Hier nun ein schachliches Resümee aus ganz persönlicher Sicht.

Nach einer etwas unglücklichen Niederlage in Runde 2 gegen Erich Krüger, konnte die Devise nur noch heißen: „Vorwärts christliche Soldaten!“. Leider wirkte sich dieser Vorsatz in geradezu katastrophaler Weise auf die Qualität meiner Partien aus, die ja eh nicht besonders hoch ist. Mag es sein wie es will, sämtliche Drahtseilakte fanden ein gutes Ende, und ich konnte das Turnier zum erste Mal, nach einem geteilten ersten Platz vor zwei Jahren, als alleiniger Sieger beenden.

Dies verdanke ich in besonderem Maße der letztlich gewonnenen Partie gegen den Essener Willy Rosen. Eine Partie, die ich aufgrund ihrer Dramaturgie als so ziemlich das Unglaublichste in Erinnerung behalten werde, was ich im Schach erlebt habe. Und das will etwas heißen, bei dem Chaos, welches es ich der Vergangenheit am Brett angerichtet habe.

Als Schwarzer hatte ich in der Sveshnikov-Variante des Sizilianers bereits im 11. Zug einen dicken Bock geschossen, vor dem im übrigen in jedem Eröffnungsbuch gewarnt wird. Danach lief es wie folgt: Schwarz steht total Pleite, er steht Pleite, er hat möglicherweise ein Remis, er hat wahrscheinlich ein Remis, Weiß lehnt ein Remis-Angebot ab, Schwarz hat das Remis sicher, Schwarz hat Gewinnchancen, Schwarz gewinnt mit Turm und Läufer gegen den blanken König, obwohl er diesen mit 12 Sekunden auf der Uhr um ein Haar patt gesetzt hätte. Zeitweise hatte Weiß in der Partie Turm und vier Bauern gegen zwei Leichtfiguren.

Wie heißt es doch so schön: „Jede Ähnlichkeit mit Schach ist rein zufällig“.

Gruß vom zufälligen NRW-Meister..

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