Der Ersten misslingt die Kür

SKSC 1 - SV Erkenschwick 2: 3:5

Von Martin Böhnke

Nachdem die erste Mannschaft des SKSC bereits im Februar mit dem Klassenerhalt die Pflicht gemeistert hat, stand in der 8. Runde die Kür an.
Würde es uns gelingen, dem bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer SV Erkenschwick II zu trotzen und ihm mindestens einen Punkt abzunehmen?
Die Voraussetzungen waren günstig, da alle Stammspieler einsatzbereit waren. Es entwickelte sich ein harter Kampf, an dessen Ende das Unentschieden zum Greifen nahe war. Doch an diesem Tag sollte es nicht sein und wir mussten uns mit 3,0:5,0 geschlagen geben.
Den ersten halben Punkt steuerte Thorsten Banik bei. Schwarz parierte Thorstens Trompowsky-Angriff zunächst gut und übernahm durch ein Bauernopfer die initiative im Zentrum. Um seinen Monarchen in Sicherheit zu bringen, musste Weiß einen Königslauf zum Damenflügel starten und den Bauern zurückgeben. Doch im Vorwärtsgang unterschätzte Schwarz einen quirligen weißen Springer, wonach er plötzlich zur Verteidigung gezwungen war. Thorsten bot Remis an, worauf es 0,5:0,5 stand.
Anschließend endete meine Partie mit einer Zugwiederholung. Ich wählte das g3-System gegen die Königsindische Verteidigung und wurde von einer Nebenvariante überrascht. Schwarz erreichte Ausgleich, doch dann traute sich keine Seite, in dieser geschlossenen Stellung auf Risiko zu gehen und den Hebel anzusetzen. So wurde hin und her manövriert, bis man sich dessen müde geworden auf die Punkteteilung einigte. 1,0:1,0.
Georg Waldschmidt musste sich gegen einen Königsinder im Anzug verteidigen. Es kam zum obligatorischen Ablauf, bei welchem Weiß seine Truppen am Königsflügel zusammenzieht, während Schwarz seine Chancen am Damenflügel sucht. Aber der Anziehende kam nicht voran, sodass Georg bald die Initiative übernahm. Beim Versuch, sich durch Abtausch zu entlasten, ließ Weiß die Bildung eines Freibauern auf der c-Linie zu, der nur noch durch ein Läuferopfer zu stoppen war. Mit einer glatten Minusfigur warf Weiß das Handtuch. 2,0:1,0.
Unsere Freude währte indes nicht lange, denn kurz darauf quittierte Dmitrij Rohovoy eine Null. Gegen die Tarrasch-Verteidigung des Damengambits spielend, hielten sich die Möglichkeiten die Waage, bis der Nachziehende eine Mattdrohung aufstellte, auf die Dmitrij nicht die richtige Verteidigung fand. Er geriet in einen tödlichen Abzug, der ihn die Dame kostete, was weiteren Widerstand sinnlos machte. 2,0:2,0.
In Rückstand gerieten wir, als auch Joachim Berndt seine Partie nicht halten konnte. Er kam als Anziehender zunächst ordentlich aus seiner Reti-Eröffnung heraus und hatte gutes Spiel im Zentrum. In der Folge wurden seine Figuren jedoch Schritt für Schritt zurückgedrängt, bis schließlich ein taktischer Springereinschlag auf g3 die Partie augenblicklich zu unseren Ungunsten beendete. 2,0:3,0.
Ähnlich erging es Dr. Christopher Graw am Spitzenbrett. Ein Alapin-Sizilianer führte zu Ausgleich, bis ein überhasteter Damentausch GM Harmen Jonkman das Spiel überließ. Christopher verteidigte sich zunächst zäh, aber als dann auch noch sein Springer ins Abseits geriet, fehlten ihm die Verteidigungsressourcen, um seine Festung zusammenzuhalten. Bevor ein Bauer nach dem anderen fiel, strich er die Segel. 2,0:4,0.
Der Anschlusstreffer gelang Frank Müller. Als Nachziehender erreichte er einen ausgeglichenen Grünfeld-Inder mit 4.Lf4, bis ein zu optimistischer Bauernvorstoß 17.g4 die weiße Königsstellung mehr schwächte, als dass er beim Angriff half. Frank übernahm daraufhin die Kontrolle, gewann einen Bauern und führte den freien Mehrbauern nach dem Damentausch souverän in Richtung Grundreihe. Als die Umwandlung nicht mehr zu verhindern war, gab sich Weiß geschlagen. 3,0:4,0.
Jetzt spielte nur noch Dr. Benjamin Reinholz. Mit Schwarz verteidigte er sich gegen die Italienische Eröffnung mit dem seltenen 3.g6 und geriet in der Folge positionell unter Druck. Also tat er das einzig richtige, indem er die Stellung verkomplizierte. In der Zeitnotphase brannte schließlich das Brett und Benjamin bekam seine Chance.

In der Diagrammstellung hätte er mittels 39…g2! mit der Mattdrohung 40…Th1# gewinnen können. Weiß hat nichts Besseres als 40.Dxg2 Sxg2 41.a8D Sxe1 (nicht 41…Txa8? wegen der Gabel 42.Sxe5+) 42.Txe1 De6! und die Doppeldrohung 43…Dg4+ nebst Matt und 43…Dxc4 kostet Weiß den Springer.
Leider fand Benjamin die Taktik nicht, zog 39…gxf2+ und verlor die Partie später.
Endstand: 3,0:5,0.

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