SKSC 1: Achterbahnfahrt in die neue Saison
OSC Rheinhausen 1 - SKSC 1: 4:4
Von Martin Böhnke:
Auch für die erste Mannschaft stand Ende September der Start in die neue Saison 2026/27 an. In der ersten Runde der NRW-Klasse ging es für uns nach Duisburg, genauer gesagt zum OSC Rheinhausen.
In positiver Stimmung setzten wir uns dort an die Bretter, waren wir durch Rückkehrer und Neuzugang nominell etwas stärker aufgestellt als in der abgelaufenen Spielzeit.
Was dann folgte, war ein ziemliches Wechselbad der Gefühle. Denn was zunächst wie am Schnürchen lief, kippte plötzlich in Richtung drohende Niederlage, um letztlich mit einem gerechten 4,0:4,0 Unentschieden zu enden.
Aber der Reihe nach. Los ging es mit einer überzeugenden Vorstellung unseres Neuzugangs Berkin Sekerci. Mit Weiß die Schottische Eröffnung spielend, rochierte er lang, um den schwarzen Königsflügel unter Druck zu setzen. Und er hatte damit Erfolg, denn alsbald verteidigte sich Schwarz nicht korrekt und der Königsangriff schlug durch. Einen Zug vor dem Matt erfolgte die Aufgabe. 1,0:0,0.
Ebenfalls heiß her ging es auf dem Brett von Georg Waldschmidt. Als Anziehender ließ er sich auf die Russische Verteidigung ein, bei der seine gelockerte Königsstellung unter Feuer geriet. Doch Georg verteidigte sich akkurat, fand durch den Damentausch Entlastung und wickelte schließlich in ein ausgeglichenes Endspiel mit Turm + Bauer gegen Springer + Läufer ab, worauf sich die Kontrahenten auf den Friedensschluss einigten. 1,5:0,5.
Ein wenig Glück in seiner Partie hatte Rückkehrer Jörg Becker. Sein Versuch, in einem Grünfeld-Inder das weiße Zentrum mit dem c-Bauern anzurempeln, kam zum falschen Zeitpunkt und schwächte den eigenen Damenflügel. Der Anziehende drückte nun gegen die Bauern und konnte in der Folge den a-Bauern erobern. Doch er fand die Taktik nicht, um den Mehrbauern zu verteidigen, was Jörg das Material ausgleichen ließ. In einem remislichen Turmendspiel teilte man anschließend den Punkt. 2,0:1,0.
Voll punkten konnte hingegen wieder einmal Thorsten Banik. In einer Reti-Eröffnung ließ er die weiße Dame auf h7 in seine Königsstellung eindringen, womit er sich auf ganz dünnes Eis begab. Weil aber den Mutigen bekanntlich die Welt gehört, wickelte Weiß prompt falsch ab und konnte plötzlich seine vorwitzige Königin nicht mehr in Sicherheit bringen. Nach dem Damenverlust und ein paar hoffnungslosen Zügen strich er die Segel. 3,0:1,0.
Bis hierhin war der Kampf optimal für uns gelaufen. Weil Caissa jedoch auf Ausgleich sinnt, ging es fortan in die andere Richtung.
Es begann bei Frank Müller. Eine Skandinavische Partie führte zu heterogenen Rochaden, wo bekanntlich gilt: “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Leider erwies sich Franks Vorgehen am Damenflügel als zu langsam, während die schwarzen Drohungen bald konkret wurden. Ein erster Bauer fiel, dann die Qualität und bevor es dem König endgültig an den Kragen ging, streckte Frank die Waffen. 3,0:2,0.
Nicht besser lief es bei mir. Weiß wählte in der Slawischen Abtauschvariante das ungewöhnliche 5.f3!? nebst e4, was zu einem Spiel mit beiderseitigen Chancen führte. Der Versuch, mich durch Abtausch zu entlasten, erwies sich als falsche Vorgehensweise, denn der Raumvorteil in Verbindung mit dem gedeckten Freibauern auf d5 führte nun zu weißem Vorteil. Schließlich gab ich einen Bauern, um zu Spiel zu kommen. Doch nach ein, zwei Ungenauigkeiten war die Initiative weg und als schließlich noch mein Springer fiel, gab ich auf. 3,0:3,0.
Und da aller schlechter Dinge drei sind, verlor auch Dmitrij Rohovoy. Im offenen Sizilianer schlug Weiß den Zentralbauern mit der Dame statt dem Springer zurück. Danach entwickelten sich beide Parteien weiter, bis sich für Weiß ein Qualitätsopfer anbot. Dmitrij lehnte ab, was jedoch seine Bauernstruktur ramponierte. Bis in die Zeitnotphase hinein konnte er die Stellung zusammenhalten. Dann fielen zwei Bauern, wonach das Endspiel chancenlos war. 3,0:4,0.
Jetzt lag der Ausgang des Matches in den Händen von Dr. Christopher Graw. Gegen eine Slawische Verteidigung fianchettierte er den Königsläufer. Es begann ein zähes Ringen um die Zentrumskontrolle, bis Schwarz die Nerven verlor und einen Bauern gab. Aber würde das reichen? Weiter ging das Lavieren, bis nach einer schwarzen Ungenauigkeit endlich der ersehnte Durchbruch erfolgte und sich Christophers Bauern unwiderstehlich auf den Weg zur Grundreihe machten. Schwarz gab auf und wir quittierten erleichtert das Unentschieden. 4,0:4,0
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