Die Erste gewinnt knapp gegen Krefeld II
SKSC 1 - Turm Krefeld 2: 4.5:3.5
Von Martin Böhnke:
Nichts könnte die Ausgeglichenheit unserer NRW-Klassen-Gruppe besser sichtbar machen als die Tabelle nach der ersten Runde, in der sagenhafte 4 von 5 Paarungen mit einem 4:4 Unentschieden endeten. Damit ist klar, dass in dieser Gruppe jeder jeden schlagen kann und wir uns auf eine Reihe hautenger Entscheidungen einstellen müssen. In diesem Sinne gingen wir in Runde 2 gegen die Zweitvertretung des Krefelder SK Turm konzentriert zu Werke und konnten schlussendlich mit Erleichterung einen knappen 4,5:3,5 Erfolg unterschreiben.
Es begann mit zwei Punkteteilungen. Georg Waldschmidt spielte als Nachziehender eine Tarrasch-Verteidigung, bei der das Material durch Abtausch reihenweise vom Brett flog. Ein Loch in Georgs Kombination wurde vom Gegner zum Glück übersehen und so landete man in einem totremisen Damenendspiel mit 3 gegen 3 Bauern am Königsflügel. Daraufhin gaben sich die Spieler die Hände. 0,5:0,5.
Etwas länger dauerte es bei Frank Müller. Mit Weiß spielte er gegen die Abtauschvariante der Caro-Kann Verteidigung, was ihn aufgrund nicht optimaler Behandelung einen Bauern kostete. Dann setzte er jedoch die schwarzen Zentrumsbauern unter Druck und konnte sich das fehlende Material zurückholen. In einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel einigte man sich schließlich auf das Remis. 1,0:1,0.
Unser Führungstreffer ging auch diesmal auf das Konto von Berkin Sekerci. Mit Weiß bekam er einen Sweschnikow Sizilianer aufs Brett und begann, gegen den rückständigen Bauern d6 zu drücken. Nach dessen Fall wurde es taktisch wild, was in einem Qualitätsopfer der Gegnerin gipfelte. Dieses war jedoch nicht zielführend, denn Berkin gewann danach das Endspiel locker. 2,0:1,0.
Ein wenig Glück hatte Dr. Christopher Graw, weil sein Gegner in Zeitnot den Ausknipser nicht fand und stattdessen ins Dauerschach abwickelte. Zuvor hatte Weiß in einem Londoner System aus dem Nichts heraus einen Königsangriff herbeigezaubert, der uns beinahe die Führung gekostet hätte. Da war Durchatmen angesagt. 2,5:1,5.
Einen sicheren Sieg fuhr hingegen Jörg Becker ein. In seiner Englischen Eröffnung baute er mit Schwarz seinen Positionsvorteil stetig aus, sperrte den weißen Turm auf b7 ein und drückte gegen die schwachen Bauern. Letztlich fand Weiß nicht mehr die korrekte Verteidigung. Jörg gewann einen Läufer und damit die Partie. 3,5:1,5.
Mit der gleichen Strategie machte Ingo Hille den Deckel auf das Match. In einem Reti-System erzeugte er Schwächen im schwarzen Lager, die er dann gezielt belagerte. Ein erster Bauer fiel und als kurz darauf der Läufer aufgrund einer Fesselung nicht mehr zu retten war, strich Schwarz die Segel. 4,5:1,5.
Mehr Brettpunkte gab es leider nicht für uns. Joachim Berndt versuchte, den 1.d4 Aufbau mittels Königsinder zu attackieren, was nicht erfolgreich war. Nachdem sein Turm auf b2 ins Abseits geraten war, musste Joachim die Qualität für einen Bauern geben. Trotz zäher Verteidigung war das Endspiel danach nicht mehr zu halten. 4,5:2,5.
Zum Schluss musste auch Thorsten Banik eine Null hinnehmen. Er spielte die Katalanische Eröffnung, die der Nachziehende bekämpfte, indem er den ihm angebotenen Gambitbauern auf c4 wegnahm und den Mehrbauern anschließend verteidigte. Thorsten versuchte nun, einen Königsangriff zu starten, doch Schwarz hielt dagegen. Am Ende marschierte der c-Bauer im Verbund mit dem b-Bauern zur Dame und war nur noch durch ein Figurenopfer zu stoppen. In hoffnungsloser Lage strich Thorsten die Segel zum Endstand von 4,5:3,5.
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