Die Erste unterliegt knapp dem Aufstiegsaspiranten

SKSC 1 : Südlohner SV 1: 3.5:4.5

Von Martin Böhnke:

Knapp daneben ist auch vorbei. Die Erste des SKSC startete mit einer unglücklichen 3,5:4,5 Niederlage nach einem denkbar engen Match ins neue Jahr.
Gegen einen favorisierten und in Bestbesetzung antretenden Südlohner SV lagen ein bis zwei Mannschaftspunkte bis zum Schluss in Reichweite.
Leider gelang uns diesmal die Überraschung nicht. Es bleibt positiv zu vermerken, dass wir in der Lage sind, in unserer harten Gruppe bestehen zu können.
Von Anfang an hieß die Devise “Vollgas“, sodass es an keinem einzigen Brett zu einem farblosen Remis kam. Die erste Entscheidung fiel nach gut drei Stunden Spielzeit am Spitzenbrett, wo Dr. Christopher Graw gegen IM Bosko Tomic den scharfen Najdorf-Sizilianer aufs Tapet brachte. Weiß ließ sich nicht lumpen und stürmte sogleich mit allen Bauern am Königsflügel los. Christopher konnte seinen König zwar temporär am Damenflügel in Sicherheit bringen, doch schließlich erlag dieser auch dort den zahlreichen taktischen Drohungen. 0,0:1,0.
Es folgte ein Unentschieden von Ingo Hille. Erneut die Larsen-Eröffnung bemühend, entwickelte sich durch die Fianchettierung des schwarzen Königsläufers diesmal eine königsindische Struktur, in der Weiß etwas mehr vom Spiel hatte. Am Ende konnte Schwarz die Spannung im Zentrum sowie am Damenflügel auflösen und zum Ausgleich abwickeln, wonach man sich auf die Punkteteilung einigte. 0,5:1,5.
Im Anschluss konnte ich das Match auf pari stellen. Mit Weiß kam ich im holländischen Stonewall-System etwas besser aus der Eröffnung heraus, bis der Nachziehende im Mittelspiel positionell fehlgriff und mir die Zentrumskontrolle überließ. Der anhaltende Druck führte schließlich zu einem Bauerngewinn, wonach der freie Mehrbauer unwiderstehlich in Richtung achte Reihe lief. Schwarz verzichtete auf ein verzweifeltes Figurenopfer und strich die Segel. 1,5:1,5.
Dr. Benjamin Reinholz landete als Nachziehender in der Symmetrischen Variante einer Englischen Eröffnung. Die Stellung hielt sich dynamisch in der Waage, bis der überstürzte Vormarsch des e-Bauern seinen Kompagnon auf der d-Linie geschwächt zurückließ. Nachdem dieser dem Druck nicht mehr standhielt und fiel, entschied sich Benjamin für ein Qualitätsopfer, um taktische Chancen zu kreieren. Doch Weiß wehrte alle Drohungen ab und verwandelte den Materialvorteil sicher zu unserem erneuten Rückstand. 1,5:2,5.
Frank Müllers Sizilianer beschritt nach dem frühen 3.d3 des Gegners seltene Pfade. Frank hatte danach freies Figurenspiel, musste aber stets auf seinen Isolani auf der d-Linie achtgeben. Schließlich forcierte er den Generalabtausch zum minimal schlechteren Turmendspiel, welches er dann durch präzises Spiel zum Remis führte. 2,0:3,0.
Auch die Partie von Joachim Berndt verließ rasch die ausgetretene Eröffnungstheorie. Es ergab sich ein Damenbauernspiel, in welchem nach reichlichem Abtausch die Parteien mit Turmpaar und ungleichfarbigen Läufern zurückblieben. Dann brachte sich Joachim durch einige ungenaue Züge selbst in Schwierigkeiten. Er verlor erst einen, bald einen zweiten Bauern und musste lange leiden, um am Ende mit Hilfe seines gedeckten Freibauern auf d5 doch noch in die Zugwiederholung zu entfleuchen. 2,5:3,5.
Wir lagen jetzt zwar weiterhin hinten, indes sahen die beiden noch laufenden Partien gewonnen für uns aus. Zunächst erledigte Thorsten Banik seine Aufgabe souverän zum Gleichstand. Der Versuch seiner Gegnerin, Thorstens Trompowsky-Angriff mit einem frühen Springerausfall zu bestrafen, ging nach hinten los. Die Folge war ein freier Mehrbauer für Weiß, der im Turmendspiel locker flockig verwandelt wurde. 3,5:3,5.
Damit war Georg Waldschmidt für die Entscheidung zuständig. Eine Tartakower-Variante des Damengambits hielt die Stellung lange Zeit geschlossen im Gleichgewicht, bis Weiß auf Georgs Zentrumsvorstoß falsch reagierte und einen Bauern verlor, woraus dann eine ganze Qualität wurde. Nach der Zeitkontrolle verteidigte sich Weiß indes geschickt und trieb Georg direkt in die nächste Zeitnot, worauf dieser die Qualität zurückgab und in ein theoretisch remises Turmendspiel abwickelte. 
Doch es kam, wie es kommen musste und nach einem Schnitzer ließ sich die Umwandlung des weißen Bauern plötzlich nicht mehr verhindern. Georg gab auf zum Endstand von 3,5:4,5.

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