Zwei wichtige Punkte für die Erste
Oberhausener SV 1 - SKSC 1: 3.5:4.5
Von Martin Böhnke:
Zwei wichtige Punkte, die die Tür zum Klassenerhalt weit aufstoßen und uns temporär sogar auf Tabellenplatz zwei springen lassen.
Das ist das Resultat der 6. Runde der NRW-Klasse, in der der SKSC einen hart erkämpften 4,5:3,5 Sieg gegen den Oberhausener SV feiern konnte.
Trotz der nun guten Ausgangslage ist es besser, die Euphorie abzumildern, denn bei ungünstigen Ergebnissen der restlichen Spiele, kann es immer noch eng für uns werden.
Die Voraussetzungen für das Match schienen ungünstig zu sein, denn zum ersten Mal in der Saison mussten wir mit 3 Ersatzleuten antreten. Aber gerade die hinteren Bretter erwiesen sich als sichere Bank.
Früh schoss uns Ferhat Cobanoglu in Führung. Gegen eine Caro-Kann Verteidigung ließ sich Ferhat zwar die Rochade nehmen (1.e4 c6 2.d3 d5 3.c3!? dxe4 4.dxe4 Dxd1+), doch die danach entstandene ausgeglichene Position lag ihm besser als dem Gegner. Bald drückte eine Turmbatterie gegen a6 und die Springer drohten mit dem Einstieg in den schwarzen Damenflügel. Als Materialverlust nicht mehr zu verhindern war, kapitulierte Schwarz. 1,0:0,0.
Es folgte ein Unentschieden von mir. Gegen die Königsindische Verteidigung antwortete ich mit dem g3-System. Schwarz spielte darauf am Damenflügel, während meine Konzentration auf Zentrum und Königsflügel lag. Das Remisangebot, in einer nach meiner Einschätzung bestenfalls leicht vorteilhaften Stellung und mit weniger Zeit auf der Uhr, nahm ich an. Zu meiner Verblüffung attestierte mir der Computer anschließend eine positionelle Gewinnstellung, was mich kopfschüttelnd zurückließ. 1,5:0,5.
Ebenfalls zur Punkteteilung kam es in der Partie von Ingo Panofen. Ein Alapin-Sizilianer führte zu einer dynamischen Stellung mit mehr Raum für Weiß aber einer soliden schwarzen Position. Es begann das typische Lavieren, bis der Anziehende keinen Weg mehr zum Vorteil sah und sich die Kontrahenten alsbald auf den Friedensschluss einigten. 2,0:1,0.
Den Ausgleich kassierte Joachim Berndt. Als Schwarzspieler wurde ihm ein quirliger Springer zum Verhängnis, der bis nach a7 hüpfte und die Entwicklung seines Damenflügels massiv behinderte. Es hätte einiger sehr genauen Züge bedurft, das Gleichgewicht zu halten. Leider griff Joachim fehl, verlor die Qualität und konnte die Partie dann nicht mehr halten. 2,0:2,0.
Ansgar Haberhausen hielt als Nachziehender seine Slawische Verteidigung stets ausgeglichen. Nur einmal, nach der Eroberung des Bauern auf h2, liebäugelten wir mit Vorteil. Aber am Ende war der Mehrbauer nicht zu halten und nach dessen Rückeroberung durch Weiß ging man die Friedenspfeife rauchen. 2,5:2,5.
Die erneute Führung war Ingo Hille zu verdanken, der uns mit einem schönen Angriff auf den gegnerischen Monarchen zurück in die Spur brachte. Eine Zukertort-Eröffnung (1.Sf3, 2.b3) ging in einen Halbslawen über, in welchem Ingo freies Spiel am Königsflügel bekam und dieses zu nutzen wusste.

In der Diagrammstellung folgte durchschlagend 33.Lxg7! Txg7 34.f6! Te5 35.Txg7+ Lxg7 36.Txg7+ und 1-0, weil Schwarz durch 37.Df7# oder 37.Dxh7# mattgesetzt wird. 3,5:2,5.
Die schwerste Aufgabe hatte Dr. Christopher Graw zu meistern, der am Spitzenbrett als Anziehender gegen IM Marcel Becker bestehen musste. Und er tat das gut. In einer Karlsbader Struktur kam es beidseitig zu langen Rochaden, wonach Schwarz einen Königsangriff startete, während Weiß sein Heil am Königsflügel suchte. Schließlich musste Christopher eine Figur geben, erhielt aber drei Bauern dafür. Letztlich reichte das, in Kombination mit der offenen schwarzen Königsstellung, aus, um das Remis zu forcieren. 4,0:3,0.
Damit spielte nur noch Georg Waldschmidt. Und uns schwante ein dunkles Déjà-vu. Denn wie im letzten Kampf kippte die Stellungsbewertung seines Katalanen von zunächst klar besser zu Ausgleich, um nach der Zeitkontrolle sogar in ein verlustträchtiges Endspiel mit Minusbauer überzugehen. Aber Geschichte wiederholt sich zum Glück nicht immer und so gelang es Georg schließlich die Türme zu tauschen wonach Randbauer und Läufer auf der falschen Farbe das Unentschieden garantierten. Remis zum Endstand von 4,5:3,5.
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