Nach der 2,5:5,5-Niederlage in Solingen befindet sich die Erste im Abstiegskampf
Das klare Ergebnis täuscht darüber hinweg, dass heute mehr drin gewesen wäre. Aber kurz vor der erste Zeitkontrolle kippten mehrere Partien zu unseren Ungunsten. Zunächst fing es ausgeglichen an. Jenny Leveikina einigte sich mit ihrem Gegner auf Remis, nachdem die Stellung zum völligen Ausgleich verflacht war. Ihr tat es Peter Trzaska gleich, aber er stand deutlich besser und hätte durchaus weiterspielen können, eigentlich müssen. Für eine Minusqualität hatte er mehr als ausreichend Kompensation. Durch Christopher Graws Niederlage kamen wir vorübergehend ins Hintertreffen. Christopher spielte wieder einmal sehr einfallsreich, startet einen heftigen Angriff. Optisch sah das gut aus, aber sein Gegner konnte ihn auskontern. Nur eine genaue Analyse wird zeigen können, ob sein Angriff hätte durchschlagen können. Den Ausgleich erzielte Georg Waldschmidt, der ohne Probleme mit den schwarzen Steinen aus der Eröffnung herauskam. Nach einem überstürzten Damenausfall seines Gegners konnte er die Initiative übernehmen und die Partie gewinnen. Von den letzten vier verbliebenen Partien stand nur Jörg Kähmann schlecht, Roman Tomaszewski stand besser, wenn auch in Remisbreite, Bernhard Schippan und Jörg Becker konnten sich berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg machen. Aber anstatt eines knappen Sieges oder wenigstens eines Unentschieden nahm das Unglück nun seinen Lauf. Jörg Becker übersah in Gewinnstellung eine zweizügige Kombination und musste aufgeben, Roman verlor in einer klaren Remisstellung durch Zeitüberschreitung beim vierzigsten Zug und Bernhard hatte in Zeitnot zu viele komplizierte Varianten zu berechnen und geriet in ein Mattnetz, aus dem er nur mit großem Materialverlust herauskam. So wurden aus erwarteten 2 bis 2,5 Punkten 0 Punkte. Der Mannschaftskampf war verloren. Jörg Kähmann gelang zum Schluss durch hartnäckigen und trickreichen Widerstand noch ein wenig Ergebniskosmetik mit einem Remis.
Eine unnötige Niederlage, die uns unerwartet mitten in den Abstiegskampf führt. Am 04.03 gegen den Herforder SV muss nun endlich die Wende geschafft werden, auch wenn das kein leichtes Unterfangen wird. Die Herforder spielen diese Saison wie entfesselt und stehen in der Tabelle mit 10 Punkten ganz oben.
Br.
Rangnr.
SG Solingen 3
-
Rangnr.
SK Herne-Sodingen 1
5,5:2,5
1
18
Kniest, Oliver
-
1
Graw, Christopher
1:0
2
19
Gupta, Milon
-
2
Tomaszewski, Roman
1:0
3
20
Hubert, Ralf
-
4
Schippan, Bernhard
1:0
4
21
Scheffner, Axel
-
5
Waldschmidt, Georg
0:1
5
3001
Peschel, Andreas
-
7
Becker, Jörg
1:0
6
3002
Hobusch, Jan
-
1001
Kähmann, Jörg
½:½
7
26
Schockenbäumer, Dirk
-
10
Leveikina, Jevgenija
½:½
8
29
Goerke, Joachim
-
12
Trzaska, Peter
½:½
[Event "NRW-Klasse 2011/12"]
[Site "?"]
[Date "2012.02.05"]
[Round "6"]
[White "Schippan, Bernhard"]
[Black "Hubert, Ralf"]
[Result "0-1"]
[ECO "B53"]
[Annotator "Microsoft"]
[PlyCount "98"]
[EventDate "2012.02.05"]
[EventType "team-swiss"]
[EventRounds "9"]
1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Qxd4 {Nicht besonders ehrgeizig, aber
spielbar. Nachteil: in der Hauptvariante muss Weiß auf das Läuferpaar
verzichten. Vorteil: Vermeidung langer Theorievarianten.} Bd7 (4... Nc6 5. Bb5
Bd7 6. Bxc6 Bxc6 7. Nc3 Nf6 8. Bg5 e6 9. O-O-O {ist die Hauptvariante, mit
Chancen für beide Seiten.}) 5. c4 Nc6 6. Qd2 Rc8 {Etwas eigenwillig. Schwarz
zeigt sich nach wie vor nicht an den Hauptvarianten interessiert.} 7. b3 f5 {
Diese Stellung ist noch nie vorkommen, jedenfalls ist sie noch nie erfasst
worden.} 8. Nc3 Nf6 9. Bd3 Qa5 10. O-O fxe4 11. Nxe4 Qxd2 12. Bxd2 e5 13. Bc3 {
Ein Zug, der auch von Fritz 11 favorisiert wird. Ich bin mir nicht sicher.
Kasparov nannte solche Züge einmal verächtlich Halbzüge. Sie leisten nicht
viel, verfolgen keinen Plan, schaden aber auch nicht.} Be7 {Roman hielt diese
Stellung für klar vorteilhaft für Weiß, sprach von einer Gewinnstellung. Ich
gebe für sein Urteil sehr viel, das halte ich aber für total überzogen. Ok.,
Schwarz hat den rückständigen Bauern d6 und möglicherweise können seine drei
Bauerninseln von Bedeutung werden. Aber eine Gewinnstellung kann ich auch mit
dem Fernrohr nicht entdecken.} 14. Ng3 Nd8 15. Bb4 g6 16. Ne4 {Bisher gab es
wenig Gelegenheit für eine Analyse. Beide Seiten zwar wenig geleistet, aber
auch nicht viel falsch gemacht. Mit diesem Zug wird Schwarz die Möglichkeit
eingeräumt, das Brett zu säubern und den leichten weißen Druck abzuschütteln.}
Nxe4 17. Bxe4 d5 18. Bxe7 dxe4 19. Bxd8 exf3 20. Bf6 O-O 21. Bxe5 b5 {Das kam
überraschend, denn nach} (21... fxg2 22. Kxg2 Bc6+ 23. Kg1 Rcd8 24. Rfd1) {hat
Weiß zwar einen Mehrbauern, doch die Doppeltürme und ungleichen Läufer
garantieren Schwarz das Remis.} 22. Rfd1 Bc6 23. cxb5 Bxb5 24. gxf3 Rxf3 25.
Rac1 Rxc1 26. Rxc1 Kf7 {An dieser Stelle kann erstmals von einem Fehler
gesprochen werden. Schwarz überzieht. Völlig unnötig geht er das Risiko ein,
die Partie zu verlieren. Jeder andere sinnvolle Zug bewahrt das Gleichgewicht.}
27. Rc7+ Ke6 28. Rxa7 {Das hatte Schwarz übersehen, denn nach 28. Kxe5 29. Ta5
steht er vor einem Scherbenhaufen.} Rd3 {Ab hier spielt Schwarz sehr geschickt.
Er setzt voll auf die Aktivität seiner Figuren, in der Hoffnung, Drohungen
gegen den weißen König aufbauen zu können.} 29. f4 {Auch Fritz empfiehlt
diesen Zug. Heute würde ich ihn nicht mehr spielen. Es ist nicht besonders
angenehm in aufkommender Zeitnot mit einem König auf der Grundreihe herum zu
turnen.} Rd2 30. a4 Bc6 31. Ra6 Rg2+ 32. Kf1 Rc2 33. b4 Kf5 34. b5 Bd5 35. Rd6
Ke4 36. Ke1 $4 {Dieser Zug verdirbt die Partie. Nach b6 hat Schwarz absolut
nichts, keinerlei Drohungen, nur eine Verluststellung.} Bb3 {besser ist:} (
36... Rxh2 37. b6 Ke3 38. Kd1 Bf3+ 39. Kc1 Be4 {und Schwarz kann noch kämpfen.}
) 37. b6 Ke3 38. Bd4+ {Schlecht. Jetzt ist es vermutlich remis.} (38. Rd1 Re2+
39. Kf1 Bc4 (39... Bxd1 40. b7 Rf2+ 41. Ke1 {und Schwarz hat kein Matt.}) 40.
Kg1 Ba6 41. a5 Bb7 {und Weiß sollte langfristig gewinnen, wenn es auch nicht
trivial ist. Doch wer stellt schon mit 40 sek. auf der Uhr einen Turm auf das
Feld d1, der im übernächsten Zug geschlagen werden kann.}) 38... Kf3 39. Bb2 {
Panik. 39. h3 oder h4 machen wenigstens noch remis. Der Rest ist Schweigen.}
Re2+ 40. Kf1 Rf2+ 41. Kg1 Rg2+ 42. Kf1 Rxb2 43. Rd3+ Ke4 44. Rc3 Bxa4 45. Rc4+
Kf3 46. Rc3+ Kg4 47. h3+ Kf5 48. Rc5+ Ke6 49. Rc7 Bd7 0-1
Jörg macht darauf aufmerksam, dass - wie die Analyse mit Fritz gezeigt hat - nach 55. f4?? mit Kf6 nebst Td8 und Th8 (Damenfang) tatsächlich noch ein "lucky punch" möglich gewesen wäre, welcher den Spielverlauf dann auf den Kopf gestellt hätte.
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Nicht so pessimistisch! Im Abstiegskampf befindet ihr euch nicht. 8 bis 10 Punkte sollten am Saisonende drin sein.